Tierquälerei auf hohem Niveau

Ihr ahnt schon worum es geht, gell? Olympia. Mir zerreißt es das Herz.

„Samstags mit Julie von Bismarck: Wenig Olympisch. English version below.

Auch aus Tokio gehen wieder Bilder um die Welt, bei deren Anblick sich wirklich niemand wundern muss, dass es immer mehr Menschen gibt die den Reitsport für Tierquälerei halten. Ich kann es ihnen ehrlich gesagt nicht verübeln. Es waren viele solche Bilder. Zwei davon: Eine Bundestrainerin die ihrer Fünfkampf Reiterin zubrüllte sie solle “ mal richtig draufhauen“, was diese auch ausgiebig tat (auf ein Pferd, das schon mit einer anderen Reiterin nicht springen wollte und wohl eher zum Tierarzt gehört hätte) und ein 9(!)jähriger Schimmel, der von seinem Reiter durch einen auf Anschlag gebauten Parcours gejagt wurde, in dem selbst die älteren Pferde zu kämpfen hatten, das junge Pferd sich bei jedem Hindernis „überspringend“ um bloß nicht an die Stange zu kommen (ja, da muss man sich fragen warum das so ist), sich schließlich stark aus der Nase blutend, hustend und röchelnd über die letzten Sprünge quälte und der Reiter mit blutbespritzter Reithose auf dem blutüberströmten Schimmel sich im Ziel über Zeitfehler ärgerte, statt sich um sein Pferd zu sorgen. Niemand griff ein, weder im ersten noch im zweiten Fall. Die Begründung: alles regelkonform.Man hat den Eindruck, die FEI (und die anderen Verbände) machen ihre Regeln ausschließlich für die Personen an den Zügeln und nicht für die eigentlichen Athleten (die Pferde – falls das in Vergessenheit geraten ist). Schläge, Sporenstiche, schmerzhafte Zäumungen, LDR, alles erlaubt – wie wir gelernt haben sogar blutende Pferde. Sehen Sie, Verantwortliche, NIEMAND der bei normalem Verstand ist möchte so etwas sehen. NIEMAND möchte hören wie ein Pferd beinahe an seinem Blut erstickt. Niemand möchte hören und sehen, wie ein Pferd geschlagen wird. Und die Menschen die einen solchen Reitsport ablehnen haben absolut Recht damit: es hat nämlich nicht das Geringste mit echter Reiterei zu tun. Vielleicht wäre es eine gute Idee gewesen, alle Reitsportverbände – und das schließt den Weltverband des Pferdesports mit ein – den Regeln der klassischen Reiterei zu unterwerfen – denn das war mal wieder in keiner Weise mit reiterlicher Ethik vereinbar. Und olympisch war es schon gar nicht. ©Julie von Bismarck

Saturdays with Julie von Bismarck: Not very Olympic.Once again, pictures from Tokyo are going around the world, and no one should be surprised that there are more and more people who consider equestrian sport to be cruelty to animals. To be honest, I can’t blame them. There were many such pictures. Two of them: A German trainer yelling at her pentathlon rider to „hit him really hard“, which she does extensively ( a horse that already didn’t want to jump with another rider and probably should have been taken to the vet instead) and a 9(! )-year-old gelding, being chased by his rider through a course built to the limit, in which even the older horses had to struggle, the young horse „over-jumping“ every obstacle to avoid hitting the pole (yes, you have to ask yourself why), and the rider in his blood-spattered breeches on the blood-covered horse being angry about time faults at the finish instead of worrying about his horse. Nobody intervened, neither in the first nor in the second case. The explanation: everything in accordance with the rules.One gets the impression that the FEI makes its rules exclusively for the people at the reins and not for the actual athletes (the horses – in case that has been forgotten). Hitting, spurs, painful bits and bridles, LDR, all allowed – as we have learned even bleeding horses. But you see, dear FEI Chairmen, NOBODY in their right mind wants to see this. NOBODY wants to hear a horse almost choking on its blood. Nobody wants to hear and see a horse being beaten. And the people who reject such riding are absolutely right: it has nothing to do with real riding. Perhaps it would have been a good idea to subject the FEI to the rules of classical equestrianism – because that was, once again, in no way compatible with equestrian ethics. And it was certainly not Olympic. ©Julie von Bismarck“

Wieder ein Armutszeugnis der Reiterei. Nicht nur bei Olympia. Schleu verdrischt das ihr zugeteilte Pferd weil es mehrfach verweigert. “ „Wenn man das sieht, mag man denken, dass das immer so läuft. Die Erfolge, die wir sonst zwischendurch feiern, sprechen dagegen“, sagte Schleu zu ihrem Einsatz der Gerte. „Eigentlich sind wir Deutsche als gute und solide und auch einfühlsame Reiter bekannt.“ Für Kritik sorgte auch der Auftritt von Bundestrainerin Kim Raisner. „Hau mal richtig drauf! Hau drauf!“, rief sie – im Fernsehen deutlich hörbar – Schleu zu.“ Gute Reiter? Ich könnt kotzen. Die „tollen Erfolge“ sagen rein gar nichts darüber aus… Ausgerechnet von Isabell Werth (Ja, Rollkur lässt grüßen, dazu massiver Sporeneinsatz, grobe Handeinwirkung und schlechter Sitz..!!) gibt es Kritik. Das Pferd tue ihr leid. Vielleicht denkt sie selbst mal über die eigene Reitweise nach… Es gibt nur sehr, sehr wenige wirklich gute Reiter. Bei Olympia ist keiner zu sehen… Es ist erschreckend was auf dem Rücken der Pferde an krankem Ehrgeiz ausgetragen wird. Schlechte Haltung, schlechtes Training, Reiter die ihre Pferde nur mit messerscharfen, abenteurlichen Zäumungen „reiten“ können… Was auf den Abreiteplätzen abgeht – Horror… Nicht das Pferd hat etwas verkehrt gemacht „weil es nicht funktionierte“, wie ein schlauer Kommentator anmerkte… oder weil es „immer nur zur Tür wollte“. Es ist ein Lebewesen verdammt nochmal!

Sie hätte weinen sollen, weil sie das Pferd so widerlich behandelt hat, aber nicht wegen einer verkackten Medaille!!

So lange Pferde (Tiere allgemein) als Sachen und Sportgeräte gesehen werden, so lange di FEI „ein bisschen Blut“ gar nicht schlimm findet und die Pferde trotzdem starten lässt und Reiter nicht disqualifiziert, werden weiter jeden Tag diesen wundervollen, sanften Wesen aufs Schlimmste gequält… 😦