Trainieren statt dominieren

Ein Beitrag, der mir sehr am Herzen liegt. Ich würde am liebsten ein ganzes Buch zu diesem Thema schreiben, versuche mich aber kurz zu fassen und lasse am Ende unsere Trainerin im wahrsten Sinne des Wortest sprechen. In ihrem Podcast 🙂

Ganz zum Anfang. Bevor Diego kam. Auch mir wurde seitens Trainern, „erfahrenen“ Hundehaltern usw. immer eines gesagt: Du musst Rudelführer sein! Du musst dich durchsetzen! Der Hund muss hören! Bei Fuß laufen! Und so weiter und so fort… Nun war ich schon immer gegen Gewalt. Es käme mir nie in den Sinn einen Hund zu schlagen, zu treten oder zu strafen. Leider ließ ich mir entgegen meinem Bauchgefühl vor allem bei Diego beim Gassi sagen, der muss da jetzt lang. Auch wenn er sichtbar Angst hatte. Wurde ja plausibel erklärt. Wenn er erstmal dran vorbei ist, wird s beim nächsten Mal gleich viel leichter weil er ja gemerkt hat dass nichts schlimmes passiert. Trugschluss. Wenn ich Angst vor Spinnen habe, ist diese Angst dann weg nur weil mich jemand ein paar Mal an ihnen vorbei zerrt…? Nein. Angst ist irrational. Sie ist einfach da. Der bessere Weg wäre es gewesen die Situation für ihn zu managen. Heißt, erstmal Abstand reinbringen. Bis er sich sicher genug fühlt sich alles anzuschauen. Dazu die positive Bestärkung (geht über den Clicker oder ein Markerwort sehr gut) und dann schrittweise rantasten im Tempo des Hundes. Hätte uns vieles erspart. So viel. Bei Kayla empfahl mir ein „Trainer“ sie auf den Rücken zu donnern weil sie ihn aus Angst anbellte. Er starrte sie permanent an obwohl ich ihn bat das sein zu lassen. Schaute er mich an beim Sprechen, war sie sofort ruhig. Er ist immer noch der Meinung dass der Hund grundsätzlich unterworfen werden muss. Er hat sofort zu hören. Wenn nicht wird geschrien, geruckt oder der Hund eben auf den Rücken gedonnert. Was das mit Hunden macht die sowieso schon Angst haben, kann sich jeder vorstellen.

Dabei berufen sich viele auf die frühen Studien des L. David Mech. Der seinerzeit in Gefangenschaft gehaltene und aufgewachsene Wölfe studierte und die sich immer noch hartnäckig haltende Theorie über den Rudel-Dominanz-Blödsinn in die Welt setzte. Worunter tausende Hunde allein in Deutschland jeden Tag leiden. Er selbst widerlegte seine eigenen Studien in den 90er Jahren… Also bitte, das einzige was „MUSS“, ist dass dieser Mist aus den Köpfen der Menschen raus kommt! 🙂 Hunde sind sehr soziale Lebewesen, sie fühlen genau wie wir und sind geistig auf dem Stand eines Kleinkindes. Schreien wir diese an wenn sie etwas nicht können? Nicht gleich verstehen? Drangsalieren wir sie von früh bis spät? Nein. Wir nehmen sie an die Hand, erklären ihnen die Welt in ihrem Tempo, fördern und belohnen das was sie sowieso schon toll können. Katzen lassen wir „ihren Willen“, stellen das nicht infrage. Bei Hunden (auch Pferden…) sieht das oft anders aus. Es sind doch keine Roboter die stumpf unsere „Befehle“ auszuführen haben! Wir entscheiden schon so viel für unsere Hunde. Wo sie leben, wie, mit wem, wann wir Gassi gehen. Es wird Zeit auf ihre Bedürfnisse zu achten, die so individuell sind wie jeder Hund auch. Grenzen setzen kann man auch ohne jegliche Form der Gewalt! Werdet kreativ um Euren Hunden beizubringen was Ihr von ihnen möchtet, nehmt Euch Zeit und fangt mit ganz kleinen Schritten an 🙂 Wir haben sie in unser Leben geholt und sind es ihnen schuldig sie so zu behandeln und zu integrieren, dass wir alle harmonisch miteinander leben können und viele schöne Momente erleben. So entsteht Bindung. Durch gemeinsame, schöne Aktivitäten, Sicherheit für die Fellnasen, kuscheln… Aber nicht durch „das korrekte Ausführen von Befehlen die völlig schwachsinnig für unsere Hunde sind“…

Beispiel Leinenführigkeit. Bleibt in Eurem Tempo. Werdet nicht unbewusst schneller. Geht von Anfang an so entspannt wie möglich. Es gibt auch gute Führgeschirre mit Griff oben, das hilft vor allem bei großen Hunden wenn man mal halten muss. Lasst sie viel schnüffeln und markieren. Das entspannt den Hund. Leider wird auch das Erkundungsverhalten vielen Hunden regelrecht abtrainiert. Die können froh sein wenn sie zum Pinkeln kurz halten dürfen, sonst müssen sie stramm bei Fuß laufen… Viele halten ständig an, drehen um wenn der Hund zieht, gehen dann wieder zurück… Versteht der Hund dadurch was Ihr wollt? Wird er dann nicht mehr in Richtung des anderen Hundes ziehen und geifern? Leider nein. Denn er hat nicht verstanden warum Ihr stehen bleibt oder umdreht. Ergo zeigt er das gleiche Verhalten wieder, sobald Ihr weiter geht. Hunde bleiben auch an Straßen nur sitzen, weil wir sie dazu auffordern (ich nicht, stehen bleiben bis ich sage jetzt ist es sicher zum Rübergehen reicht völlig), aber nicht weil sie verstehen dass es dort gefährlich ist. Wäre der Hund allein unterwegs, würde er schnurstracks rüber laufen und sich nicht setzen. Auch wenn Ihr das 10 Jahre lang gemacht habt. Tatsächlich kenne ich nur zwei ehemalige Straßenhunde die das von allein machen und anbieten, warten bis ihr Mensch da ist und sagt sie können gehen. Ich denke da waren schlechte Erfahrungen die Ursache. Wer schon mal von einem Auto verletzt wurde, oder fast, wird vorsichtig. Besser ist es immer dem Hund zu zeigen welches Verhalten Ihr Euch wünscht und die Situation so zu managen, dass es für den Hund okay ist 🙂

Bitte lasst die Hunde Hunde sein. In der heutigen Gesellschaft wird jeder Beller, jedes Grummeln sofort negativ bewertet und unterdrückt. Warum?? Sollen sie uns ein fröhliches Liedchen trällern oder einen Brief schreiben? So teilen sie sich mit! Es hat immer einen Grund. Findet ihn raus. Diego hat eine riesige Bandbreite an Bellern. Ich höre sofort ob er freudig erregt ist weil der „Papa“ gleich nach Hause kommt oder der „Erzfeind“ im Flur läuft 😉

Vor vier Jahren haben wir angefangen mit Tina zu trainieren. Damals vor Ort. Mittlerweile bietet sie fast alles nur noch online an, hier übernehmen ihre Helferlein. Mehrmals im Jahr gibt es auch den kostenlosen Workshop. Dieser dauert 5 Tage. Im Januar habe ich ihn bereits das 3. Mal mitgemacht. Allein die tägliche Stunde wo sie unzählige Fragen beantwortet und Tipps gibt, ist so viel Wert. Ich nehme immer neue Erkenntnisse mit raus und frische „Altes“ auf.

Bitte verwendet für die Gassi-Runden nur gut sitzende Y-Führgeschirre. Sattel- und Norwegergeschirre (wie die grausigen K9..) sind genauso schlecht für Euren Hund wie ein Halsband. Nur wenn aus medizinischer Sicht kein Geschirr getragen werden kann, ist ein Halsband okay. Aber auch da bitte ordentlich trainieren, nicht rucken oder reißen, den Hund sanft führen und bitte NIEMALS eine Schlepp- oder Flexileine am Halsband! Hier ein toller Artikel mit einer Tierphysiotherapeutin 🙂 https://www.pfotenprunk.de/post/norweger-geschirr-k-eine-anleitung?fbclid=IwAR1xdQVrF9Sqh-ZQ4ATbx3n2roV08hS7lAatllP-xEFaw4APz6EW3eqKu3A

Viele Wege führen nach Rom. Aber jeder sollte frei von Gewalt sein! 🙂 Belohnt und bestätigt Eure Hunde für alles was sie gut machen, von sich aus anbieten. Bietet ihnen ein Alternativverhalten an, findet die Ursache für „störendes“ Verhalten. Letztlich liegt es immer an uns unsere Fellnasen zu verstehen und in erster Linie an uns zu arbeiten. Viele machen es immer noch andersrum – sie verlangen die absurdesten (aber immer noch als völlig normal anerkannten) Dinge von ihren Hunden, die sie überhaupt (noch) nicht erbringen können, sind aber kein Stück bereit ihr Verhalten zu hinterfragen oder zu verändern. Nur weil ein Hund drinnen „Sitz“ kann, heißt das noch lange nicht dass er das beim Tierarzt oder Gassi kann! Dann wird wieder geruckt und geschrien und die Schuld beim Hund gesucht. Der überhaupt nicht darauf vorbereitet wurde und bereits so viel Stress hat, dass er gar nicht in der Lage dazu ist… Nur ein Beispiel von tausenden…

Clever/ Soul/ Dogs – Tina Schwarz

Zum Abschluss noch ein paar Fotos von Lucia und Diego ❤

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Was für ein Wirbel!

… ein einziges Foto auslösen kann…! 😀 Es geht um dieses hier.

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Betrachtet man das Foto für sich, könnte man den Eindruck gewinnen dass die beiden sich gerade wirklich zerfleischen wollen. Möp! 😀 Natürlich tun sie das nicht. Sie spielen. Nicht mehr, nicht weniger. Es ging um keine Ressource, es war keine Aggression im Spiel. Sie haben sich beide wie die Welpen aufgefordert zum Spielen, sind um die Wette geflitzt. Zuerst ließ sich Kayla jagen, dann flitzte Diego ihr davon. Auch wenn sie dabei „wild“ ausschauen und sich auch gerne mal so anhören – das ist ihre Art des Spiels. Draußen. Drinnen spielen sie anders. Wobei Kayla ihn gerne auffordert um sich dann in ihr Körbchen zu legen und bespaßen zu lassen. Mit anderen Hunden spielen sie unterschiedlich und stellen sich auf den jeweiligen Hund ein. Natürlich kann es währendes des Spieles mal dazu kommen dass sich einer weh tut. Meist aus Schusseligkeit. Untereinander sind sie aber vorsichtig und da bekommt keiner neue Löcher verpasst oder wird quer durch die Kante gescheucht. Wäre dem so, wäre es ja auch kein Spiel mehr 😉

Das Foto habe ich in einer Gruppe gepostet und nach Spiele-Fotos von anderen gefragt. Nun kamen folgende Kommentare von einer „Trainerin für Problemhunde“: Interpretiert kein menschliches Wunschbedürfnis in eure Hunde! Das ist kein Spielen! Das ist Abwehr- und Drohverhalten und würde sofort sanktioniert werden, würden sie das bei euch zeigen! Loyalität zum Tier! Du interpretierst spielen, deine Hunde nicht, das ist die Natur! Ich kenne Hunde besser als du! Eine ihrer „Jünger“ (Sorry, anders kann ich das nicht mehr bezeichnen 😉 ) schrieb dann: Du interpretierst spielen. Oder haben deine Hunde dir das gesagt?  Oder weil sie mit dem Schwanz wedeln?

Angefügt wurde ein Foto von zwei Wölfen die sich zähnefletschend gegenüber stehen „Nicht süß, aber sehr interessant und kein Spiel!“ Ach. Und was  bitte hat das mit meinem Foto zu tun…? Hunde sind keine Wölfe (mehr). Wer das jetzt noch nicht begriffen hat, tut mir leid. Hier mal ein Beitrag dazu von Dr. Dorit Feddersen-Petersen.

Ich stimme in einem natürlich mit der „Trainerin“ überein. Wir als Halter müssen die Sprache unsere Hunde verstehen lernen. Wie sollen wir sonst richtig agieren/ reagieren und ihre Bedürfnisse erfüllen?

Aber… Es geht hier um Momentaufnahmen. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn ich sage sie haben gespielt, dann haben sie gespielt. Besonders von einer Trainerin erwarte ich doch mehr (Sach-)Verstand als von einer Momentaufnahme zu urteilen. Dann noch wie ein bockiges Kind dem man den Schnuller weggenommen hat (Ich kenn Hunde besser als du!!). Noch eine Vorverurteilung meinerseits. Woher nehmen diese Damen das Wissen über mich? Kennen sie mich? Oder die Hunde? Wissen sie um unsere Erfahrungen/ Kenntnisse? Nein. Waren sie dabei? Nein. Von daher war diese Diskussion einfach nur lächerlich und ich bin mehr als froh damals auf mein Bauchgefühl gehört zu haben. Sie wurde mir vor Jahren als Trainerin empfohlen. Danke, nein. Wer andere klein machen muss… Ach ja, Training hat natürlich non-verbal abzulaufen. Klicker? Pah! Fast so schlimm wie körperliche Gewalt am Hund. Oh, noch was. Nun leben die Zwerge ja schon Jahre zusammen. Diese Mehrhundehaltung… Haben wir sie gefragt ob sie das überhaupt wollen? Woher will ich denn bitte wissen ob sie sich wohl fühlen und nicht allein glücklicher wären…? Ganz einfach, weil wir sie mit Sinn und Verstand ausgesucht und zusammengeführt haben und die Zeit gezeigt hat wie wohl sie sich miteinander und bei uns fühlen 😀 Nun wundere ich mich auch, auf der einen Seite wird der Hund hier mit dem Wolf verglichen, aber ihm dann abgesprochen im Rudel sicher und glücklich zu leben…? 😉

Unsere Zwerge spielen drinnen und draußen gerne mal ein paar Minuten miteinander und das sollen sie auch weiterhin. Im Laufe dieser wahnwitzigen Diskussion wurde mir dann noch nahe gelegt besser „bei den Kleinen“ zu bleiben und mir nie was „Großes“ zuzulegen. Aha. Weil die Erziehung so viel anders ist? 😀 Davon ab gab es in unseren Familien vorher immer nur große Hunde (und Katzen 🙂 ). Und wenn ich doch sooooo viel Ahnung habe, warum brauche ich einen Trainer? Ganz einfach sag ich, weil Diego am ersten Abend hier von einem frei laufenden Hund gebissen wurde und diese ignoranten Halter mit ihren Hunden so viel kaputt gemacht haben. Zum anderen weil beide verschiedene Ängste haben und ich ihnen das Leben so stressfrei und angenehm wie möglich machen möchte und am wichtigsten: Nur weil jemand erfahren oder wissend ist, heißt das doch nicht dass er nicht mal Hilfe benötigt oder dazu lernen kann. Ich für meinen Teil bin mir jedenfalls nicht zu schade dafür 😀 Die Zeit hat gezeigt wie viel mit positiver Verstärkung (ja, auch mit dem Klicker…!) schon erreicht wurde. Wir werden weiter einen Schritt nach dem anderen gehen. Wer Anmerkungen/ Kritik/ Fragen hat – dem stehe ich immer offen gegenüber. Aber der Ton macht die Musik 😀

Schlussendlich noch mal dieses Foto. Sie haben sich diesen Ruheplatz freiwillig ausgesucht und kurz darauf sogar im direkten Körperkontakt gelegen. Wie unwohl sie sich doch in ihrem kleinen Rudel fühlen müssen 😉

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Spaziergang

Wie angenehm und einfach doch die Spaziergänge wären, würde einfach jeder seinen Hund mal bei sich behalten und wenigstens fragen ob Kontakt gewünscht ist. Gleich ob bei fremden Hunden oder Menschen.

Auf Grund der Hitze sind längere Runden hier nur noch früh möglich. Heute waren wir kurz vor sieben unterwegs. Nach der Hälfte sind wir leider wieder auf den Herrn M. mit seinen Hunden getroffen. Natürlich wieder nicht angeleint. Natürlich liefen sie wieder so weit vor ihm (und um die Ecke) dass es ewig gedauert hat bis er kam und er gar nicht sehen konnte ob da andere Hunde kommen oder seine einfach mal dem nächsten Kind vor das Fahrrad laufen… Ich bin direkt beim Anblick in einiger Entfernung stehen geblieben. Diego hat sich – als er die Cocker-Dame erspähte) sofort hinter meinem Bein versteckt und geschloddert. Ließ sich aber gut mit Clicker, Lob, Ansprache ablenken. Leckerli wollte er nicht. Auf Grund der vielen vorherigen Begegnungen mit eben diesen Hunden sitzt die Angst einfach noch zu tief. Kayla ging derweil gleich auf Abwehrhaltung und fixierte beide. Ich ließ sie machen. Die anderen beiden sind nicht aggressiv, wissen aber einfach nicht wie man sich vorstellt und stürmen permanent auf alle anderen Hunde zu und bedrängen sie. Was bei Diego schon dazu führte dass er vor Panik um sich biss, weil er nicht mehr fliehen konnte. Da der Besitzer mich bereits mehrfach beleidigte und absolut ignorant auf sämtliche Gespräche, sogar schriftliche Versuche, reagierte – hat er schon eine Anzeige von mir bekommen. Natürlich haben sich seine Hunde auch dieses Mal nicht abrufen lassen. Ich hab mich ganz auf Diego konzentriert, Kayla hielt derweil knurrend und pöbelnd die zwei auf Abstand. Bis er es endlich geschafft hat die eine hochzunehmen und die andere vorbei zu ziehen… Ich rechnete eigentlich schon fast mit einer erneuten Beleidigung und Bemerkung wie arm dran doch meine Hunde sind, weil sie dort immer an der Leine laufen 😉 Kam nix außer: Oh weh, oh weh, oh weh.. Dafür konnte ich mir nicht verkneifen zu bemerken dass manche Menschen es einfach nicht lernen und das ignorante Pack hier immer mehr wird… Mir reicht es wirklich.

Danach trafen wir auf eine ruhige, alte Schäfi-Dame (an der Leine). Diego wollte vor lauter Angst am liebsten im Gebüsch verschwinden, während Kayla (trotz Stopp-Signal als sie diese fixierte) so ausgeflippt ist, dass ich sie kaum noch halten konnte. Da schmiss sich dann auch Diego voll ins Geschirr. Zwar nur um zu Schnüffeln, aber geht gar nicht. Nun ist es also soweit, dass unser Abbruch-Kommando bei ihr nicht mehr funktioniert. Herzlichen Dank auch 😦

Wisst Ihr, was mich am meisten stört bei diesen Menschen? Dass sie ihr „Recht“ auf Freiheit zu tun und zu lassen was sie wollen auf Kosten anderer ausleben. Dabei nicht bemerken – oder es nicht wollen – dass sie nicht nur unseren Hunden, sondern auch uns so viel Lebensqualität nehmen. Allein mag Diego hier eigentlich gar nicht mehr vor die Tür. Selbst Kayla merkt man an dass sie oft nicht mehr gerne hier laufen mag 😦 Immer muss ich alles im Blick haben, beide Hunde individuell trainieren und auffangen wenn sie Angst bekommen. Das zerrt nicht nur an den Nerven, sondern auch am Geldbeutel. Wir haben eine super Trainerin, aber Einzelstunden sind nicht günstig..!

Ich wünschte Diego könnte auch bei jeder kleinen und großen Runde hier so ausgelassen sein wie am See…

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Wie sollte ein Hund sein?

Da gibt es nur eine Antwort für mich: GLÜCKLICH!

Wie das im Einzelnen aussieht, hängt vom Hund ab. Da sind wir als Besitzer gefragt. Im Idealfall haben wir uns schon vorher viele Gedanken dazu gemacht. Was möchte ich von meinem Hund? Gehe ich gerne und ausgiebig joggen, brauch ich mir keine Englische Bulldogge holen 😉 Nur ein Beispiel von unendlich vielen.

Für mich war es wichtig dass die Hunde klein sind, mit mittlerer Energie. Weder totale Schlaftablette, noch ein Hund der den ganzen Tag beschäftigt und bewegt werden möchte.

Der Grundgehorsam muss für mich schon da sein bzw. trainiert werden. Einfache Kommandos wie Sitz, Langsam, Bleib oder Warte, Nein, Raus damit – erleichtert das Leben für beide Seiten. Im Vorfeld haben wir uns Gedanken gemacht zu den Regeln, die für den Hund gelten. Auf den Tisch springen und betteln? Oh nein! 😀 Manierlich vor dem Napf warten bis wir das Kommando zum Futtern geben? Gerne doch! 🙂

Ansonsten habe ich nur einen wirklichen „Anspruch“ an meine Hunde. Ich möchte entspannt mit ihnen Gassi gehen. Ohne dass sie Angst haben. Ohne dass sie kläffen, Radfahrern oder anderen Hunden hinterher jagen… Ich möchte dass sie zu Hause entspannen. Wo sie wollen. Im Körbchen? Stehen in jedem Zimmer. Bei mir auf der Couch? Jederzeit. Den halben Tag im Bett verschlafen? Kein Problem. Wir versuchen so gut es geht die Bedürfnisse (die sich zwischenzeitlich auch ändern) der Zwerge zu erkennen und zu erfüllen. Auf der einen Seite schweißt das wahnsinnig zusammen, auf der anderen macht es den Hund einfach glücklich, lastet ihn aus, entspannt ihn 🙂

Dazu passend hat unsere Trainerin Tina einen persönlichen Blog-Eintrag verfasst. Ich bin immer noch sooooo unendlich froh sie gefunden zu haben. Bei ihr gibt es keine starren Muster, sie geht individuell auf Hund und Halter ein. Dazu immer mit einem Lächeln, selbst wenn man mal wieder einen Fehler gemacht hat 😀 Wir fühlen uns gut aufgehoben bei ihr. Liebe Tina, Dein Chouky passt jetzt von oben auf Euch auf ❤

http://cleverdogs-cottbus.de/2018/01/22/kleine-schritte-zu-einer-grossen-freundschaft/

So sieht übrigens ein strahlender, glücklicher Diego aus 😀 (Foto von Februar 2017)

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Neuer Freund

Diego hat einen neuen Freund. Einen ganz süßen 🙂 Percy. 3 Jahre jung, Epileptiker. Immer wenn ich bei meiner Mama bin mit den Zwergen seh ich seine Besitzer (meist sie) mehrmals täglich mit ihm gehen. Die Zwerge haben ihn wie gewohnt vom Zaun aus verbellt, es gab bisher noch keine Gelegenheit sich näher kennen zu lernen. Ich gehe hier wieder separat mit jedem Zwerg die großen Runden. Ist einfach entspannter für mich und sie können in ihrer Welt abtauchen. Beim letzten Mal sind wir Percy und Frauchen einfach die lange Dorfstraße hinterher gelaufen. Sie waren so 50 Meter entfernt. Diego war aufgeregt, unsicher. Mit dem Klick – Leckerli – Lob aber ganz positiv gestimmt. Sie hat dann gewartet und so konnten wir mal Hallo sagen. Beide mochten sich auf Anhieb.

Heute haben wir sie wieder gesehen und da hab ich die Chance genutzt und beide mit auf den Hof gelotst 🙂 Frauchen war ängstlich, wohl schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit. Ich fand es sehr schön dass sie mir und Diego dennoch so vertraut hat. Hab sie zwar gewarnt dass Diego gerne laut spielt, aber einmal ist ihr doch das Herz in die Hose gehüpft 😀 Die Hunde haben kurz, aber ganz toll miteinander gespielt. Dann fand Diego es wichtiger Menschen um den Hof herum zu melden 😉 Aber da hat er sich – ganz der Streber – immer sofort wieder abrufen lassen 😀 Das ganze Training macht sich echt bezahlt und Diego ist wieder offener. Mit Percy hat er jetzt einen tollen Spielkameraden gefunden. Mit Kayla hab ich vorher einen 2,6 kg zarten Wuschel samt Frauchen getroffen. Sie sprach mich auf unser Klicker-Training an. So kamen wir ins Gespräch und sind für Freitag zum Gassi verabredet. Schön 🙂 Muss nur das Wetter mitspielen 😀

Diego und Percy nach dem Spielen 🙂

Aufwärmen in der Halle

Der Puschel-Prinz und ich mussten gestern wieder in die Halle. Sturm und Regen. Viel lieber wären wir natürlich ins Gelände gegangen.

Ein wenig „Arbeit“ und Gymnastizierung in der Halle oder auf dem Platz gehören dazu. So sieht unsere Stunde dann ungefähr aus. 10 – 15 Minuten Schritt am langen Zügel. 5 Minuten Trab auf beiden Händen. 5 Minuten Schritt. 1 – 2 Runden ganze Bahn + Zirkel auf jeder Hand im Galopp. Während dieser ersten halben Stunde nur einfache Bahnfiguren, große Zirkel und Wendungen (er braucht diese Zeit). Erst danach fange ich an mit Schenkelweichen, Volten (Trab), Achten, Schlangenlinien quer durch die Halle mit jeweils einer Volte am Hufschlag, Vor- und Hinterhandwendungen im Schritt und Trab usw. Wenn er mehr galoppieren mag auch gerne hier angaloppieren aus dem Stand/ Schritt, exakte Anzahl von Galoppsprüngen – dazwischen Trab oder Schritt. Einfach alles wo er auch bissel aufpassen muss. Zum Anfang beim Galopp versucht er meist immer noch den Kopf hochzunehmen, drückt den Rücken durch und traloppiert los. Das legt sich nach kurzer Zeit. Er braucht generell ein höheres Tempo für den Galopp, dann springt er schön durch und tritt gut unter, lässt sich ganz weich sitzen. Rechte Hand war gestern unser Problem, lag zu 90% an mir, weil ich wieder einen „schiefen“ Tag hatte und total verdreht gesessen hab. So kann ich natürlich keine exakten Hilfen geben und alles braucht länger. War das zweite Mal nach vier Monaten dass ich wieder im Sattel gesessen hab. Da sieht man (grad an so einem Tag) natürlich meine reiterlichen Schwächen besonders. Auch, dass die Medikamentenkilos immer noch da sind 😦 Zum Glück läuft Shaman auch mit mir total entspannt und meist fleißig. Im Gelände klappt es mit uns beiden immer noch am besten. Dafür hab ich ihn mir vor 18 Jahren gekauft und darauf wurde jedes Training ausgelegt. Bis uns dann erst meine und dann seine Krankheit dazwischen kam. Zum Schluss noch ein paar Runden Trab am langen Zügel auf jeder Hand, dann mindestens 10 Minuten Schritt. Gestern fand seine Motivation ein abruptes Ende als eine Stute mit in die Halle kam. Bin ich halt abgestiegen, zu Fuß mit ihm gegangen und wir haben – Anhalten – Go Back (Rückwärtsrichten) – Vorwärts geübt. Macht er natürlich ganz toll nur auf Stimme und Körpersprache.

Aktuell wird er so zweimal die Woche geritten, zweimal am Boden gearbeitet und geht zweimal für eine halbe Stunde vor der Koppel in die Führanlage, an den Tagen wo wir nicht da sind. Durch die Sole-Behandlungen atmet er so viel freier, hat wieder mehr Freude an der Bewegung (und am Blödsinn machen) und baut endlich wieder auf 🙂 Die Entgiftung mit Ratanhia hat deutlich dazu beigetragen. Nu ist der Großteil von dem angesammelten Mist raus aus seinem Körper und er kann die wichtigen Nährstoffe wieder aufnehmen. Nur das Kotwasser ist noch nicht ganz weg. Mit der Schere hab ich ihm das Fell zwischen den Hinterbeinen stark gekürzt damit es sich dort gar nicht erst so festsetzen kann. An der linken Hinterseite vom linken Hinterbein hat sich leider schon eine längere Stelle gebildet wo das Kotwasser (trotz mehrmaligem Waschen pro Woche) die Haut unter dem Fell entzündet hat. Die Zink-Kamillensalbe hilft zwar sehr gut, aber auch da werd ich ihm das Fell in den nächsten Tagen kürzen müssen. Die schwarze Pampe kriegt man von dort kaum ab und wirkt wie „Säure“. Einer der alten Hengste dort hatte zum Schluss auch öfter solche Stellen durch Kotwasser, die Zinksalbe hat ihm ebenfalls geholfen.

Ab Sekunde 47 wird die Qualität besser 😉

Diego im Park

Was er da laufen kann. Sogar auf dem Hinweg wie ein Duracell-Häschen! 😀 Ganz neugierig wird alles beäugt, untersucht und abgeschnuffelt.

Die Silikon-Blinkis machen sich im Dunkeln echt bezahlt. Vor allem die in Pink (Sorry, Diego! 😀 ) An der normalen Leine hat er noch einen. Doppelt hält besser. Kayla war so flott unterwegs, dass es dieses Mal kein Foto von ihr gibt 😉

Diego hat vor ein paar Wochen fast sein Geschirr gesprengt. Man gut, dass wir ja noch ältere von ihm hier haben, die er zur Not tragen kann. Es gab mal wieder Rinderknochen mit Fleisch dran zum Abnagen. Da fällt dann wie gewohnt die normale Mahlzeit aus. Ungefähr ne Stunde ist er damit beschäftigt. Wenn Kayla ihres nicht mehr mag, bringen wir das schon in Sicherheit. Einmal hat er aus Versehen beides fast allein gefressen weil wir mit dem Schrankaufbau beschäftigt waren. Ich brauch wohl nicht extra erwähnen, dass er nicht mal mehr zum Pipi machen laufen wollte…? 😉 Aber auch besagten Tag war das Bauchi so voll, dass das Geschirr nicht mal mehr annähernd zu ging, wo es sonst nicht eng sitzt..!

Vor ein paar Tagen hat er High Five gegeben. Einmal aus Versehen. Das hab ich dann gleich für das Kommando genutzt und es hat zweimal geklappt!! Er hat mir sogar zweimal kurz über die Handinnenfläche geschleckt. Da hat ich ja Pipi in den Augen ❤  Für ihn ist das wirklich ein riesen Schritt freiwillig seine Pfoten anfassen zu lassen oder sie in oder an unsere Hände zu legen ❤

Ansonsten geht es den Zwergen weiter gut. Training läuft. Besonders eine Halterin eines Boder-Collies freut sich immer sehr wenn sie uns sieht und auch unsere Fortschritte. Sie kennt es ja von Anfang an 😀 Sind Eure Hunde eigentlich auch gemütsmäßig abhängig vom Wetter?? Kayla ganz extrem. Sonne scheint, sie ist ausgeglichen. Da kann auch mal ein Radfahrer mit klappernden Eimern dicht an ihr vorbei fahren und sie guckt nur. Wetter doof = Kayla doof. So richtig doof. Voll aggro. Vor allem bei Regen. Dann ist prinzipiell alles doof. Nachbar? Kläff! Auto auf der anderen Seite? Kläff. Ich hab schon zwei sehr spezielle Hunde 😉 Weiter hab ich bei Diego das Problem dass er auf dem Hinweg einfach nicht laufen mag. Kennt das jemand? Selbst unsere Trainerin streicht da die Segel. Denn ich werde ihn nicht mit zwei Hunden an der Leine alle paar Schritte mit Leckerli vorwärts locken usw. Seit fünf Jahren geht das so und ich geb bald auf. Gehen wir zu viert, läuft er fast immer gut mit. Außer es ist warm. Gehen wir im Park, am See oder woanders spazieren, da läuft er ganz fantastisch. Nur eine Pipi-Runde von so 10 Minuten? Auch da läuft er meist gut mit und ich muss nur leicht an der Leine zupfen und ihn ansprechen, wenn er sich mal fest schnuffelt. Sind wir auf dem Heimweg, egal ob nur zu dritt oder viert, läuft er freudig mit, schnuffelt, markiert, hat richtig Spaß. Die meiste Zeit an lockerer Leine während er von sich aus bei Fuß geht. Wir haben so viel ausprobiert, aber nichts hat dauerhaft geholfen. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mit ihm fast ausschließlich ganz kurze Runden gehe. Dann bringen wir ihn nach Hause und ich geh mit Kayla weiter. Das ist aber auch nicht das Wahre. Er soll sich ja auch draußen bewegen, schnuffeln, Spaß haben. Unter der Woche gehen wir jetzt fast immer allein. Nur am Wochenende, oder wenn es abends wieder heller ist, können wir zu viert gehen 😦