Es hört nicht auf…

Heute war ich mit Kayla das vierte Mal in 9 Tagen beim Tierarzt. Seit zwei Wochen hat sie sehr unregelmäßig bis gar nicht gefressen, nur getrunken. Vor 9 Tagen das letzte Mal richtiges Nassfutter. Sie hatte leichtes Fieber, bekam Fiebersenker/ Buscopan/ Prednisolon gespritzt. Kaum zu Hause angekommen hatte sie richtig Hunger und ich hab mich so gefreut dass sie endlich gefressen hat. Leider nur da… Sie hält sich mit Chings und ab und an etwas Kauwurst über Wasser… Am Anfang hatten wir den Verdacht einer Gastritis. Samstag dann einmal ohne Prednisolon, nur Buscopan und Fiebersenker. Keine Veränderung. Dienstag noch mal Prednisolon und Buscopan. Keine Veränderung. Termin zum Ultraschall hatte ich schon für heute.

Kayla hat einen kleinen Tumor (1 cm) in der Leber  Leberwerte sind völlig in Ordnung. Ob er gut- oder bösartig ist, ließe sich nur mit einer Biopsie in einer großen Klinik bestimmen. Magen/ Bauchspeicheldrüse völlig unauffällig im Ultraschall. Sonntag soll ich ihr ein Kontrastmittel geben, Montag wird geröntgt um zu schauen ob es doch irgendwo hängt, was sich bis jetzt noch nicht gezeigt hat. Wenn sich Montag nichts Auffälliges beim Röntgen zeigt, ist die TÄ hier auch am Ende mit ihrem Latein  Morgen probieren wir es noch mal mit einem speziellen Futter was sie mir mitgegeben hat. Die arme Maus ist noch ganz maddelig von der Narkose und soll sich erstmal ausschlafen.

Es ist einfach nur schlimm. Wieder stehen wir hilflos da und wissen nicht was wir noch tun sollen.

Erinnerungen 5

Shaman hat auch als „Zebra“ immer eine gute Figur gemacht ❤

Die Decke hat uns einige Jahre gute Dienste geleistet. Endlich in Frieden ausreiten. Selbst bei 25 Grad hat er so gut wie nicht darunter geschwitzt und auch als Reiter hatten wir guten Halt an den Beinen.

ShamanZebraAShamanZebra2ShamanZebraShamanZebra3ShamaZebra4

Erinnerungen 4

Unser hübscher Sommer-Forellenschimmel hatte immer alles im Blick. Hier einen riesigen Hasen, der genau vor uns aus dem Gras sprang und im Zick-Zack auf dem Weg sein Heil in der Flucht suchte. Shaman war völlig ungerührt. Ich hatte zufällig die Kamera schon startklar in der Hand.

ShamanBlickShamanBlick2ShamanBlick3ShamanBlick4

Spaziergang

Wir waren heute vor dem Regen noch schön spazieren. Die Zwerge hatten viel Spaß und schlafen immer noch tief und fest. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Also nur Handy-Fotos. Diego ist ein paar Mal nass geworden. Aber freiwillig 😉

(weiß jemand wie die Blumen heißen..?)

Das Drama mit den Hufen

Thema Hufbearbeitung: Egal ob Schmied, Barhufpflege, Huforthopäde… An diesem Foto sieht man wie es NICHT sein sollte! Bereits im Januar 2019 wurde Shaman von diesem Schmied viel zu kurz ausgeschnitten. Dazu noch alles weg was so wichtig ist – Trachten, Trachtenecken, Eckstreben, nicht zu vergessen der Strahl… 08/15 Hauptsache man sieht das was gemacht wurde. Ob das zum Pferd passt, völlig egal. Im Mai sprach ich den Schmied darauf an. Bis dahin mussten die Hufe erstmal wieder wachsen, bevor überhaupt an eine Korrektur zu denken war. Kein Einsehen seitens des Schmiedes. Joar, den schneidet man halt schnell zu kurz und da wäre ja auch jemand anders dran gewesen. Da hab ich ihm paar Takte erzählt. Hätte ich eine andere Wahl gehabt als diesen, hätte ich ihn mit Sicherheit nie wieder rangelassen. Unser Schmied vorher hat uns Tipps gegeben was wir ansprechen und worauf achten sollen. Tja, nicht so kurz geworden wie im Januar, aber seht selbst. Vorne rechts völlig schief, der komplette Huf neigt sich nach links, an den Innenseiten BOGEN sich die Hufwände und hatten blutige Einschüsse. Darauf angesprochen: Ne, das kommt halt weil der alt ist. NEIN! KOMMT ES NICHT! Und ich soll ihm doch Eisen verpassen. Aha. Oder wenigstens Hufschuhe, damit er nicht so fühlig läuft. FÜHLIG LÄUFT ER WEIL ER TOTAL VERSCHNITTEN WURDE; ZWEIMAL!! Aber ohne Hufschuhe ging es tatsächlich nicht mehr. Zum Glück war die Dame gleichzeitig Barhufpflegerin. Sie hat die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen. Leider konnte sie ihm bis zum Umzug nur zweimal die Hufe korrigieren. Wir hätten sie gern mitgenommen. Hier ging das Drama wieder los. Wieder zweimal verschnitten, beim zweiten Mal so stark, dass er auf hartem Boden bzw. unter Belastung vorne links lahm ging…! Zum Glück empfahl eine liebe Miteinstellerin uns ihren Schmied. Endlich jemand mit Verstand und Fachwissen! Welch ein Unterschied. Shaman lief wie befreit, schon nach der ersten Hufbearbeitung.  Ich habe im Vorfeld schon versucht einen freien Platz bei der Barhupflegerin zu bekommen, keine Chance. Auch zwei andere weiter weg hatten keine freien Kapazitäten. Zwei andere Hufschmiede meldeten sich erst gar nicht mehr und einen anderen habe ich erst gar nicht in Betracht gezogen (der war regelmäßig im Stall), da er genauso 08/15 und viel zu kurz ausschneidet. Zusätzlich bekam Shaman ein sehr gutes Mineralfutter mit viel Zink und Biotin und die Hufe wurden immer elastisch gehalten (Wässern, Kokosöl). Der Schmied war im März sehr zufrieden mit der Entwicklung seiner Hufe. Wohlgemerkt dauerte es von Oktober bis März bis die Eckstreben überhaupt wieder zu sehen waren und der Strahl fast wieder normal aussah…! 

Einen guten Schmied etc. zu finden ist wie die Nadel im Heuhaufen. Bitte achtet drauf dass derjenige sich das Pferd auch im Schritt und Trab anschaut und vor allen Dingen nicht einfach sinnlos alles wegschneidet. Mutter Natur hat Trachten, Eckstreben, Strahl und Co. nicht umsonst so konstruiert…! Viele Pferde werden immer noch einfach zack zack und viel zu kurz ausgeschnitten, die Stellung von Beinen/ Hufen nicht berücksichtigt… 

Im Dezember dann die Belastungs- und Stoffwechselrehe bei Shaman. Im Januar wieder vorne links Huf heiß und ein entlastender Verband von Nöten. Auch in seinen letzten vier Tagen auf Erden vorne links schmerzhaft und warm. Wahrscheinlich hatte sich ein Hufgeschwür gebildet, vorne rechts war nur leicht warm, aber nicht empfindlich. Hat letztlich keinen Unterschied mehr gemacht, da der Darm nicht mehr wollte und die Krämpfe zu schlimm wurden… 😦

ShamanHufe

Ein kurzes Hallo

Bei kuscheligen 35 Grad und extremer Schwüle… Sind wir mal gespannt ob wir auch endlich mal Regen abbekommen…

Schade, dass Rhododendron nicht das ganze Jahr über blüht. Dieser hier ist jedes Jahr eine Augenweide:

Mix3

Den kleinen Strauß hab ich mir letzte Woche gegönnt, er sah volle 7 Tage so schön aus und hat sehr gut geduftet:

MixMix2

Hatte nicht letztes Jahr noch eine „Trainerin“ verlauten lassen wie schlimm die Mehr-Hunde-Haltung für die armen, armen Hunde ist? Ja, sieht man. So wie auf dem Foto kuscheln sich die Zwerge gerne mal aneinander. Freiwillig. Im Körbchen. Auf der Couch. Alternativ auf meinem Schoß.

Mix4

Erinnerungen 2

Heute vor vier Wochen mussten wir ihn gehen lassen. Es ist immer noch unfassbar und es tut immer noch unfassbar weh. Über 20 gemeinsame Jahre kann ich  nicht einfach so los lassen und weiter machen als wäre nichts gewesen… Drei Stunden jeden Vormittag an denen ich nichts mit mir anzufangen weiß. Drei Stunden an denen ich ständig denke… Jetzt hätten wir ihn geputzt.. Wären wir mit ihm gerade spazieren… 😦

Ich möchte ihn so in Erinnerung behalten wie auf diesem Foto… Wie Ihr bestimmt wisst, waren wir sehr viel im Gelände unterwegs und zum Schluss hieß es „Feuer frei“ und er durfte noch mal richtig los flitzen. Mit ihm auch problemlos machbar. Selbst im Renn-Galopp nach Hause war er immer mit der Stimme kontrollierbar. Es fehlt mir so. Er fehlt mir so.

S5

Die letzten Momente

Ich weiß eigentlich gar nicht wie und wo ich anfangen soll. Nachdem Shaman im Januar diesen schlimmen Schub (nach der Rehe im Dezember) hatte, mit drei Tagen Krämpfen und massiven Bewegungsstörungen… Haben wir bereits entschieden, dass das kein lebenswerter Zustand ist und sollte dies wieder auftreten, er keinesfalls länger leiden soll. Nun gab es seit dem einen kleinen Rückschlag mit einem weiteren Krampfanfall und dann mussten ja noch alle restlichen Schneidezähne gezogen werden. Ansonsten ging es langsam, aber stetig bergauf. Er bekam weiter nur artgerechtes, qualitativ gutes Futter. Heu so viel er wollte, mehrmals über den Tag verteilt, um die Fresspausen so gering wie möglich zu halten. Dazu von Agrobs Pre Alpin Senior, locker vier Kilo täglich und auch deren Senior-Mineralfutter. Nicht zu vergessen ihre Leckerli, nur gepresste Gräser etc. und ab April wurde er ja auch ganz langsam angeweidet. Seit Dezember nur diese Fütterung, damit der Darm sich über die Zeit selbst „sanieren“ kann. Rückblickend hat der Darm schon in den letzten Jahren massiv Schaden genommen. Das ahnten wir zu dem Zeitpunkt nur nicht. Vielleicht hätten wir es dann noch ändern und ihm helfen können, vielleicht war es auch schon mit dem Auftreten des Kotwassers zu spät. Dazu die bis vor einem Jahr unerkannte Zahnkrankheit. Ich kann nur jedem Pferdebesitzer raten die Zähne mindestens einmal jährlich kontrollieren zu lassen, Wurmkuren nur nach positivem Befund zu geben und so natürlich wie möglich zu füttern und zu bewegen.

Ein paar Tage bevor es wieder bergab ging, fiel mir auf dass er sehr langsam äppelte. Na gut dacht ich noch, er stand grad am Waschplatz und seine große Freundin Luna war unruhig auf dem Paddock weil er eben noch nicht auf seinem stand. Also ist er vielleicht einfach nur abgelenkt gewesen. Es war selten dass wir ihn in den letzten Monaten äppeln sahen, auf dem Paddock oder in der Box waren aber immer Haufen. Die Tierärztin sagte könnte etwas mehr sein, aber sonst wäre es okay. Nun hatte ich immer im Hinterkopf, dass im Alter Magen/ Darm etc. ja sehr träge werden können und man da dann nichts mehr machen kann.. Er war bis einen Tag vorher aber gut drauf, ist flott gelaufen, hat gut gefressen und langsam wieder zugenommen.

Am 01.05. hatten wir schon ein ungutes Gefühl auf dem Weg zum Stall, genau vor einem Jahr ging es ja los mit diesen verfluchten Krämpfen/ epileptischen Anfällen… Bis Sonntag Mittag habe ich weiter auf ein Wunder gehofft. Wir haben Stunden jeden Tag bei ihm gestanden, ihn beobachtet, überlegt, gehofft und gebangt. Der Notfall-Tierarzt war zweimal dort, hat jedoch erst am Sonntag – also nach zwei Tagen – meine Sorge um den Darm und das Problem mit dem Äppeln ernst genommen und endlich mal untersucht..! Bis dahin war er sehr verwundert, warum er nicht auf dem Paddock steht und als er ankam wollt er allen ernstes dass ich ihn aus der Box nach draußen zum Putzplatz hole… Da wär ich fast aus der Haut gehüpft, aber was hilft es, seine Tierärztin war noch nicht zurück und mir blieb nichts anderes übrig. Sein Huf vorne links wurde mit jedem Tag schlimmer, vorne rechts nur minimal. Er mache keinen Verband zur Entlastung. Ich soll doch einen Schmied anrufen. Ernsthaft? Welcher Tierarzt, ist bitte nicht in der Lage einen Verband zu machen? Am Freitag war er anfangs wirklich grob und ich hab ihm deutlich zu verstehen gegeben dass er sich kaum rühren kann und er gefälligst aufhören soll ihn einfach grob zu schubbsen! Natürlich ist es gut wenn der Tierarzt sich ein Bild davon machen kann in welchem Umfang die Bewegungsstörungen/ Schmerzen sind – aber so ein grobes Verhalten hab ich bei keinem anderen Tierarzt erlebt. Bei den Malen vorher haben die Tierärzte ganz vorsichtig mitgeholfen ihn zu bewegen und nur so viel wie unbedingt nötig! Samstag hatte ich gehofft dass sich sein Zustand wenigstens etwas gebessert hat. Er fraß, er guckte halbwegs munter, bewegte sich aber weiter kein Stück und hatte seit Donnerstag auch  nicht mehr gelegen. Nach dem Schmerzmittel ging es ihm besser. Sonntag früh war er so am Ende mit seinen Kräften, dass seine Hinterhand gezittert hat und wir sofort wieder den Tierarzt angerufen haben. Er bekam gleich von uns das Schmerzmittel und von ihm dann später wieder die zwei Sachen gespritzt wie auch am Freitag. Dazu ein Mittel das helfen sollte den Darm zu leeren, beim Abtasten konnte er nicht alles erfühlen und sagte schon da hängt was. Ach, aber mich zwei Tage vorher abwimmeln… Dabei habe ich gleich darauf verwiesen dass sein Bauch knallhart und spitz angespannt war, er sehr, sehr langsam äppelt und die Krämpfe dieses Mal mehr von Magen/ Darm ausgehen. Er hat ihn da zwar abgehört und festgestellt: Da ist mächtig was los im Darm, wie bei ner leichten Kolik – es aber nicht für nötig gehalten mal wirklich reinzufassen und zu gucken… Dazu bekam er noch ein Mittel was die Schmerzen von dem anderen lindern sollte. Er sagte das ließe sich mit Wehen vergleichen wenn es dumm läuft.. Ja schön… Aber es war einen Versuch wert… Ich bin dann für zwei Stunden nach Hause gefahren und später mit meinem Mann wieder gekommen. Um drei Uhr hat er in seinen Bottich geäppelt (fünf Stunden nach dem Mittel), aber die Krämpfe wurden schlimmer. An seinem Gesicht konnte man sehen wie sehr ihn das anstrengt und mit nimmt. Da hatte ich für mich schon entschieden ihn gehen zu lassen. Und hab seine Tierärztin gefragt ob sie abends kommen könnte um ihn zu erlösen, falls es mit den Schmerzmitteln jetzt nicht besser wird und wir bis Montag früh warten können. Da hatten wir ja schon einen Termin mit ihr ausgemacht. Am frühen Abend hat sie sich gemeldet und wäre auch sofort gekommen. Da ging es ihm mit den Schmerzmitteln aber soweit „gut“ dass er gefressen und getrunken hat und wir entschieden haben es morgens in aller Ruhe zu machen. Das hab ich ihr und auch dem Stallbesitzer gesagt, dass ich den anderen Tierarzt das auf keinen Fall machen lassen möchte. Ich habe kein Vertrauen zu ihm, kein gutes Gefühl und war froh dass sie dann da war…

Jetzt wird es wirklich schlimm und mir laufen unaufhörlich die Tränen. 22 Tage ist es jetzt her und es tut noch genauso weh wie an diesem Morgen. Wir waren kurz vor sieben im Stall, gegen halb neun wollte sie da sein. Er hat die Nacht auf alle Fälle gelegen, hatte Durst und auch Hunger. Aber in seinem Blick und der Art wie er versucht hat sich zu bewegen war klar, dass er am Ende seiner Kräfte ist. Seit dem Freitag habe ich immer wieder seinen Kopf in meine Arme genommen, ihm erzählt was für ein tapferer, wunderbarer Schatz er ist und dass er bald keine Schmerzen mehr haben wird. Ich hab ihn geküsst und gestreichelt und anders als sonst, hat er sich das alles gefallen lassen und die Nähe gesucht. Auch wenn er sich sehr gerne putzen und kraulen hat lassen, er war nur selten ein „Schmuse-Pony“. Eher der Typ: Nicht anfassen, aber von aufhören hab ich auch nix gesagt. Dafür waren die Momente wo er von sich aus die Nähe gesucht hat, umso schöner. Unbezahlbar. Nun hat meine Mama ihm als erstes einen Eimer voll Wasser geholt, er hatte wieder in seinen Bottich geäppelt und die Tränke wollte er nie benutzen. Wir haben dann den Bottich sauber gemacht, damit er in der Zeit in Ruhe fressen kann. Der Ablauf sollte ungestört bleiben, damit er vorher nicht beunruhigt wird… Ich war kurz vor dem Stall eine rauchen, durch das Fenster hatte ich ihn immer mal im Blick und hab ihn fressen gehört. Als ich wieder rein ging, sagte meine Mama zu mir.. „Ich hab den Bottich nur halb voll gemacht, den Rest kipp ich später mit dem Eimer nach“… Ich war selbst schon am Ende mit meinen Nerven und dann musste ich ihr das Herz brechen… Warum, hab ich nur gefragt… Das brauchst du nicht mehr… Dann liefen bei uns beiden die Tränen. Sie hatte wieder etwas Hoffnung weil er gelegen hatte und etwas besser auf den Beinen war… Es war so furchtbar ihr das klarmachen zu müssen, dass sie nur noch ein einziges Mal für ihn kommen wird… Immer wieder die Fragen: Hab ich wirklich genug getan für ihn? Ihm immer schnell genug geholfen? Hab ich etwas übersehen? Hab ich wirklich so viel Zeit wie ging mit ihm verbracht? Ihm genug Zuneigung gegeben? Ihm gedankt für 20 wunderbare Jahre in denen er alles für uns getan hat und ich sicherlich mehr als genug Fehler (wenn auch unabsichtlich) gemacht habe..? Gibt es nicht doch noch Hoffnung? Der Verstand sagte klar Nein, lass ihn gehen aber das Herz wollte das natürlich nicht wahrhaben. Wie unvorstellbar der Gedanke da mit ihm zu kuscheln, ihn zu sehen, zu hören, zu riechen und im nächsten Moment soll er einfach weg sein…

Kurz nach halb neun war sie da. Wir haben überlegt ob er überhaupt in der Lage ist seine Box zu verlassen und uns dann entschieden es zu versuchen und ihn auf die Wiese hinter dem Stall zu bringen. Als ich ihm das Halfter ummachen wollte, sind bei mir alle Dämme gebrochen, ich konnt mich kaum noch zusammen reißen. Ich hab mich gefühlte tausendmal bei ihm entschuldigt dass ich ihm nicht mehr helfen kann, außer ihn gehen zu lassen… Der Stallbesitzer war auch immer an unserer Seite, ich bin ihm sehr dankbar dafür, auch, dass er mir all den Papierkram abgenommen hat und die Abholung veranlasst hat… Er ging vorweg, ich hatte Shaman. Die Tierärztin und meine Mama mussten ihn immer wieder hinten stützen, er drohte mehrfach zu fallen. Ganz langsam sind wir zur Wiese. Dort hatte er seine Gruppe im Blick und die Stute, die neben ihm stand und immer auf ihn aufgepasst hat, hat uns auch da nicht aus den Augen gelassen bis es vorbei war… Er hat sofort angefangen zu fressen. Das sollte er auch. Dann hat sie die Kanüle gesetzt und ihm ein Beruhigungsmittel gespritzt. Er ging direkt eine Etage tiefer, konnte kaum noch die Schnute bewegen – aber er hat weiter gefressen. In aller Ruhe. Dann war es soweit. Sie hat vorher immer erklärt was sie wann warum macht und nun kommt. Als sie die Mittel gespritzt hat, habe ich ihm noch einen Kuss gegeben. Auch von seiner Vorbesitzerin. In der nächsten Sekunde ging er ein paar Schritte rückwärts und hat die schrecklichsten Geräusche von sich gegeben. Grunzlaute, als würde das letzte bisschen Luft aus den Lungen gepresst werden … In dem Moment hab ich Panik bekommen dass er Panik bekommt weil er keine Luft mehr kriegt… Die Tierärztin hat mir sofort den Strick aus der Hand genommen und ihm geholfen sich hinzulegen. Als er unten aufkam war es schon vorbei.. Er hatte keine Panik in den Augen in seinem letzten wachen Moment. Eher ein.. Oh… Ich verstehe… Wir standen dann noch einige Zeit allein bei ihm und haben uns verabschiedet. Ich wollte ihm das Halfter abmachen, aber konnte es nicht… Am liebsten hätte ich ihn angeschrien dass er endlich wieder aufstehen soll… Zu sehen dass sich seine wunderbaren Nüstern nie wieder regen werden… Der Horror… Dann habe ich ihm ein paar Butterblumen gepflückt und dazu gelegt… Ich weiß dass es richtig war ihn gehen zu lassen, aber der Schmerz, die Trauer und die Selbstvorwürfe werden dadurch nicht weniger… Es tut einfach  nur weh. Mehr als die Hälfte meines Lebens war er an unserer Seite. Unvorstellbar ohne ihn..

Am nächsten Morgen wurde er abgeholt. Nach einer Nacht auf der Weide, bei einem wunderschönen Sonnenaufgang… So wie auch sein großer Freund vom alten Hof, der exakt 364 Tage vorher unerwartet ging… Jetzt galoppieren sie wieder zusammen… Einen Tag danach habe ich mit meinem Mann seine Sachen geholt. Meiner Mama wollte ich das ersparen. Sattel, Sidepull, die Halfter, Hufschuhe, Stallschild… werden einen Ehrenplatz im Haus bekommen…

Ich danke Euch für s Lesen und weiß dass es einige sehr mitnehmen wird. Vielleicht kann ich es jetzt besser verarbeiten, da ich alles aufgeschrieben hab… Es wird in Zukunft noch weiter Beiträge zu Shaman geben.. Erinnerungen… Fotos… Geschichten aus seinem Leben…

Erinnerungen

Ich danke Euch allen für die lieben Worte und Eure Anteilnahme. Ihr habt mit mir gelacht und geweint, es bedeutet mir sehr viel ❤

In naher Zukunft werde ich einen Beitrag schreiben zu den letzten Momenten in seinem Leben. Es hat sich alles so fest eingebrannt, vielleicht hilft es mir das zu verarbeiten.

Heute habe ich einige Fotos eingescannt. Den Anfang machen zwei Fotos.

Shaman und ich, ein paar Wochen nach seinem Einzug. Unser erster Winter. 20 weitere Jahre lagen noch vor uns… Mein kleiner Braunschimmmel mit 6 Jahren und zarten 1,42 cm. Ich war 14 Jahre jung. Wir wurden zusammen erwachsen ❤

S4

Eines unserer letzten gemeinsamen Fotos im September 2019. Wieder bei einem Spaziergang ❤ Aus dem Braunschimmel wurde erst ein Apfelschimmel (und er war 1,47 m groß). In den letzten ca. 10 Jahren war er im Winter fast schneeweiß und im Sommer ein wunderschöner Forellenschimmel. Heißt, er hatte dann ganz viele kleine rot-braune Pünktchen im Fell. Vor allem am Hals. So wie ich im Sommer meine Sommersprossen bekomme… Er fehlt uns so sehr 😦

Spaziergang5